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Ab Januar 2010 veranstaltet SA TARONJA einmal monatlich ein grosses Konzert. In den Wintermonaten werden diese Veranstaltungen in unserer Halle SA NAU stattfinden. In der wärmeren Jahreszeit gibt´s auch Open Air-Events auf unserer Aussenbühne. Wir bieten Musik der verschiedensten Stilrichtungen in der gewohnten Qualität: von Jazz, Rock und Pop über Folk- und Songwritermusic bis hin zu ethnischer Musik aus aller Welt.
Die Konzerte der Rubrik KONZERT DES MONATS kosten zwischen 10 und 15 € Eintritt. Als SA TARONJA-Mitglied erhalten Sie wie gewohnt eine 20%ige Ermässigung.
webdesign: Jan Kobrzinowski
Das SA TARONJA - Konzert des Monats
Konzert des Monats Januar 2010: MOLLY DUNCAN QUARTETT
In der schottischen Kleinstadt Montrose fing alles an. Dort wurde Ende der 40er Jahre ein waschechter Schotte geboren. Es ging weiter in London, wo im Jahre 1971 zwei WG-Genossen gemeinsam mit vier anderen schottischen Musikern eine Band gründeten, die sich ganz und gar den großen Vorbildern aus Detroit, der Geburtsstadt des Motown-Sounds, widmete. Vom Namen her nur „ein durchschnittliches weisses Orchester“. Dass das ein Jux, ein Wortspiel mit Understatement, war, wurde bald klar. Die „Average White Band“ klang groovy, sophisticated.. und: einfach authentisch. Woran das lag? Nun, sie hatten ihre Vorbilder gründlich studiert, sie wollten so klingen! Der Diskantgesang von Hamish, einem der Leadsänger, eiferte sicherlich einem gewissen Marvin Gaye nach und der Bassist hatte seinen James Jamerson fleissig studiert. Gleichzeitig aber wollten sie Eigenes kreieren, und die Hornsection, bestehend aus dem Alt- und Baritonsaxofonisten Roger Ball und einem hochgewachsenen Tenoristen mit dem unspektakulären Namen Malcolm Duncan sollte das Ihre dazu beitragen. Dabei heraus kam der „schwärzeste“ Sound, den bis dato eine weisse Band produziert hatte. So ging es bald über den Ozean, in die Höhle des Löwen.
Nach Auflösung der AWB im Jahre 1978 ging es für ihn so weiter: er wurde gefragt von Annie Lennox (Eurythmics), Ray Charles, Mark Knopfler von Dire Straits, Tom Petty, Chaka Khan, Eric Clapton, Chris Rea, um nur einige zu nennen, er hatte „es also geschafft“.
Trotzdem, oder gerade deswegen zog es ihn irgendwann, als er des Tourens müde wurde, mit seiner Familie an einen ruhigen Ort, in das Bergdörfchen S´Arracó auf der Insel Mallorca.
Mit dem diesjährigen Konzert in SA TARONJA, dem Kulturzentrum in Andratx, schliessen sich für Molly Duncan mehrere Kreise: Das antretende Jazzquartett ist eine Formation, die sich schon am Ende des vergangenen Jahrtausends zusammengefunden hatte, und die jetzt, da der Solist schon ein paar Jahre in Deutschland lebt, ein Wiedersehen feiert. Für Molly begann schon damals auf der britischen Insel alles mit dem Jazz: er und sein AWB-Kollege Roger Ball, der besagte WG-Genosse, spielten dort Coltrane und Cannonball, ehe sie sich den souligen Bläserriffs der 70er zuwandten. Auch wenn am 23. Januar in SA TARONJA lupenreiner Jazz zu hören sein wird, bleibt mit Sicherheit die Soulfärbung in Mollys Ton und Phrasierung im Kern erkennbar. Hot und laidback cool gleichzeitig finden eben mehr Leute gut als nur die reinen Jazzfans.
Weggefährten, die um das Jahr 2000 herum auch schon den Kern des Sextett „Filthy McNasty & the Crispy Horns“ bildeten, sind auch diesmal wieder dabei: Der Schweizer Franco Bombelli freut sich über den intakten Bechstein-Flügel im Hause SA TARONJA - den kennt er gut und kann seinen inspirierten Improvisationen freien Lauf lassen. Am Schlagzeug groovt der Mann mit der lockeren Hand, Drummerlegende Salvador Font, über den man auf Mallorca nicht viel weiteres sagen muss. Den Bass bedient der Autor dieser Zeilen, der sich über dieses Wiedersehen besonders freut und für den sich auch ein Kreis schliesst nach fast 15 Jahren, als er Molly kennenlernte und auf einer Geburtstagsparty „im Dorf“ das erste Mal im Duo mit ihm jammte...
„Hi, here is Marvin, do you want to play in my band?“ – Malcolm, genannt „Molly“, fiel aus allen Wolken, als der Anruf kam. - „Welcher Marvin?“ - Es stellte sich heraus, dass kein anderer als Mr. Gaye persönlich am anderen Ende der Leitung saß. Einige Jahre hatte Molly Duncan schon in den USA getourt, trotzdem überraschte ihn das Angebot, für eine Motown-Legende Sax zu spielen.
Jan Kobrzinowski, im Januar 2010